Von Nudeln und Perlen

Perlen wurden schon seit 2300 vor Christus als wertvolles Schmuckstück auf der ganzen Welt geschätzt. Sie galten in Ägypten sowie im alten Rom als Prestigeobjekt und als Zeichen von Wohlstand. Hierbei handelte es sich aber um Naturperlen, welche hauptsächlich im Gebiet des Persischen Golfs, des roten Meeres und in den Küstenregionen Indiens und Japans geerntet wurden.

Akoyazuchtperlen &#8211

Akoyazuchtperlen &#8211 ist eine der beliebtesten Perlenarten im Schmuckbereich. Akoyaperlen sind Salzwasserzuchtperlen, die in der Auster „Pinctada martensii“ herangezüchtet werden.
Im Allgemeinen sind sie weiß oder crèmefarben, mit einem Schimmer ins Rosé, Gelb oder Grün. Gegenüber den Süßwasserperlen besitzen sie einen auffallenden harten Glanz.

 

Perlen entstehen durch Reizung, Verletzung oder durch Einlagerung von Fremdkörpern in der Auster. Die sogenannte Sandkorntheorie, d.h. die Auster wird durch Eindringen eines Sandkorns zur Produktion einer Perle angeregt, ist ein Märchen. Eine Auster ist durchaus in der Lage kleine Fremdstoffe auszuscheiden. Da dieser Fremdkörper als störend für die Muschel empfunden wird, ummantelt sie diesen mit einer Perlmuttschicht und es entsteht eine Perle.
Diesen Vorgang greift das moderne Zuchtverfahren auf. Mit einem chirurgischen Eingriff wird ein Fremdkörper, hier meist ein kleiner runder Perlmuttkern mit einem kleinen Stück Mantelgewebe, in die Auster implantiert. Der Fremdkörper verursacht Irritationen, dem die Muschel entgegenwirkt, indem sie Perlmutt absondert, welches sich dann um den Fremdkörper schließt und eine Perle formt. Nach dem Implantieren können sich die Austern für einige Wochen erholen und werden dann in Zuchtkäfige gesetzt. Je nach Austernart kann dieser Vorgang einige Monate bis zu 5 Jahren dauern. Dabei wird penibel auf Wassertemperatur, Wasserqualität und Wetterbedingungen geachtet. Nachdem sich die Perlen voll entwickeln durften, werden sie geerntet, d.h. sie werden aus der Auster entfernt, gewaschen, getrocknet und teilweise poliert.
Eine qualitative Einteilung geschieht durch das sog. Matching, bei dem Perlen gefunden werden, welche zueinander passen. Dabei wird die Größe, Form, Farbe und Glanz (genannt Lüster) berücksichtigt.
Optimale Zuchtperlen haben eine runde Form mit einer glatten, makellosen Oberfläche und einen spiegelnden Lüster sowie eine dicke Perlmuttschicht. Hier ist darauf hinzuweisen, dass Akoyaperlen nur ein begrenztes Wachstum aufweisen. Größen bis max. 10 mm können gezüchtet werden. Im Durchschnitt liegen die meistverkauftesten Akoyazuchtperlen bei 6-7 mm.
Was haben nun Nudeln mit Perlen gemeinsam? Eigentlich nicht viel, außer dass beide aus dem Wasser kommen. Tatsächlich besteht eine Verbindung zu dem Pionier der Perlenzucht, dem Japaner Kokichi Mikimoto. Er wurde 1858 in Toba City in Japan als ältester Sohn einer Familie, welche ein Nudelrestaurant betrieb, geboren.
Mikimoto gilt als Entwickler der modernen Perlenzucht und begann im Jahre 1888 mit der technisierten Aufzucht von Perlaustern. Er war ein unermüdlicher Forscher und Fürsprecher der neuen Zuchtmethoden und seine Bemühungen öffneten weltweit neue Märkte für die Zuchtperle.
Neben seinen Patenten für die Zucht kugelförmiger Perlen Anfang 1900 gilt er auch als der Mann, der im Wesentlichen die heute bestehende Perlenindustrie in Japan schuf. Kokochi Mikimoto starb 1954 im Alter von 96 Jahren.

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