Von Nudeln und Perlen

Akoyazuchtperlen – eine der beliebtesten Perlenarten im Schmuckbereich. Akoyaperlen sind Salzwasserzuchtperlen, die in der Auster „ Pinctada martensii“ heran gezüchtet werden. Im Allgemeinen sind sie weiß oder crèmefarben, mit einem Schimmer ins rosé, gelb oder grün. Gegenüber den Süßwasserperlen besitzen sie einen auffallenden harten Glanz.

Was haben nun Nudeln mit Perlen gemeinsam? Eigentlich nicht viel, außer dass beide aus dem Wasser kommen. Tatsächlich besteht eine Verbindung zu dem Pionier der Perlenzucht, dem Japaner Kokichi Mikimoto. Mikimoto wurde 1858 in Toba City in Japan, als ältester Sohn einer Familie geboren, die ein Nudelrestaurant betrieben.

Er gilt als Entwickler der modernen Perlenzuchtund begann im Jahre 1888 mit der technisierten Aufzucht von Perlaustern. Er war ein unermüdlicher Forscher und auch Fürsprecher der neuen Zuchtmethoden und seine Bemühungen öffneten weltweit neue Märkte für die Zuchtperle. Neben seinen Patenten für die Zucht kugelförmiger Perlen Anfang 1900 gilt er auch als der Mann, der im Wesentlichen die heute bestehende Perlenindustrie in Japan schuf. Kokochi Mikimoto starb 1954 im alter von 96 Jahren.

Perlen werden schon seit 2300 vor Christus als wertvolles Schmuckstück auf der ganzen Welt geschätzt. Sie galten in Ägypten sowie im alten Rom als Prestigeobjekt und als Zeichen von Wohlstand. Hierbei handelt es sich aber um Naturperlen, welche Hauptsächlich im Gebiet des Persischen Golfs, des roten Meeres und in den Küstenregionen Indiens und Japans geerntet wurden.

Perlen entstehen in verschiedenen Perlaustern, die in Salzmeeren leben oder auch in Süßwassermuscheln. Diese Perlen entstehen durch Reizung, Verletzung oder durch Einlagerung von Fremdkörpern in der Auster. Die sogenannte Sandkorntheorie, das heißt, dass die Auster durch Eindringen eines Sandkorns zur Produktion einer Perle angeregt wird, ist ein Märchen. Eine Auster ist durchaus in der Lage kleine Fremdstoffe auszuscheiden. Da dieser Fremdkörper als störend für die Muschel empfunden wird, ummantelt sie diesen mit einer Perlmuttschicht und es entsteht eine Perle. Diesen Vorgang greift das moderne Zuchtverfahren auf.

Mit einem chirurgischen Eingriff wird ein Fremdkörper, hier meist ein kleiner runder Perlmuttkern mit einem kleinen Stück Mantelgewebe, in die Auster implantiert. Der Fremdkörper verursacht Irritationen, dem die Muschel entgegenwirkt, indem sie Perlmutt absondert, welches sich dann um den Fremdkörper schließt und eine Perle formt. Nach dem Implantieren können sich die Austern für einige Wochen erholen und werden dann in Zuchtkäfige gesetzt. Je nach Austernart kann dieser Vorgang einige Monate bis zu 5 Jahren dauern. Dabei wird penibel auf Wassertemperatur, Wasserqualität und Wetterbedingungen geachtet. Nachdem sich die Perlen voll entwickeln durften, werden sie geerntet, d.h. sie werden aus der Auster entfernt, gewaschen, getrocknet und teilweise poliert.

Eine qualitative Einteilung geschieht durch das sogenannte Matching, bei dem Perlen gefunden werden, die zueinander passen. Dabei wird die Größe, die Form, die Farbe und der Lüster bzw. der Glanz berücksichtigt. Passende Perlen zu finden bedarf ein gutes Auge und nimmt viel Zeit in Anspruch.

Optimale Zuchtperlen haben eine runde Form, eine glatte, makellose Oberfläche und haben einen spiegelnden Lüster sowie eine dicke Perlmuttschicht. Hier ist darauf hinzuweisen, dass Akoyaperlen nur ein begrenztes Wachstum aufweisen. Größen bis maximal 10mm können gezüchtet werden. Im Durchschnitt liegen die meistverkauftesten Akoyazuchtperlen bei 6-7 mm.

Zum Abschluss noch ein paar interessante Informationen über die Zuchtperle:

Formen: rund, barock, oval, tropfenförmig und symmetrisch

Gewicht: Grain, Karat, oder Momme

1 Grain = ¼ ct oder 50 mg

1 Momme = 18,75 ct oder 3750 mg

1 Karat = 200mg

Zu den drei bekanntesten Arten von Salzwasserperlen gehören die Akoyaperle, die Tahitiperle und die Südseeperle. Ein Schmuckstück das heute sowohl modern, elegant als auch stylisch ist und zu jedem Anlass getragen werden kann.